In der Kirche überleben – Rückblick auf Fachtag

Ein bisschen an den Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ fühle man sich schon erinnert. Die Themen „Profession“, „Kompetenzen“, „Berufsbild“, „Rollen- und Aufgabenklärung“ hätten sich zu einem Dauerbrenner entwickelt, über Jahre hinweg. Hartmut Klar, Organisationsentwickler aus Hagen und langjähriges Vorstandsmitglied im Berufsverband Gemeindepädagogik, brachte es gleich zu Beginn auf den Punkt: „Da ist niemand, der die damit aufgeworfenen Fragen zufriedenstellend klärt.“

Zu einem weiteren Schritt hin zur Beantwortung der Fragen hatte der BVG nach Bielefeld ins Landeskirchliche Archiv eingeladen. 60 Menschen aus der Gemeindepädagogik waren zum Fachtag „Soviel du brauchst – als GemeindepädagogIn in der Kirche überleben“ gekommen.
Einen theamtischen Einblick auf die Arbeitsbedingungen und die Fragen der Mitarbeitenden gabe Jörg Neuhaus hier nachlesen)

In drei Foren näherten sich die Teilnehmenden dem Thema. Dabei gab es auch eine Premiere: erstmals war ein Vertreter des Pfarrvereins eingeladen. Und so stand in einem Forum der Austausch zwischen den Berufsgruppen im Mittelpunkt: Vorsitzender Pfarrer Jan Christoph Borries und Gemeindepädagoge Jörg Neuhaus vereinbarten gleich regelmäßige Treffen der Vorstände beider Berufsgruppen und regten die Begegnung der Berufsgruppen bereits in der Ausbildung an.

Im Forum „Führungskraft Gemeindepädagoge“ betonte der ehemalige Geschäftsführer des Amts für Jugendarbeit der EKvW, Bernd Hillebrand, dass es „einer Lizenz zur Entscheidungsbefugnis“ bedürfe, wenn Gemeindepädagogen in kirchliche Führungspositionen kommen, die über einzelne personenbezogene Vereinbarungen hinaus ginge. Einen anderen Ansatz stellte Prof. Dr. Beate Hofmann von der Kirchlichen Hochschule Wuppertal / Bethel vor. Kein hierarchisches Führungsmodell sondern durch Moderation von Kooperationsstrukturen im Sozialraum. Die hierfür notwendigen Veränderungen in Gemeindekonzeptionen und bei Organisationsmodellen müssen dem ebenso Rechnung tragen.

Jugendreferent forever, so der Titel des dritten Forums. 80 % der Gemeindepädagogen und –pädagoginnen arbeiten im Bereich der Jugendarbeit. Und dies sehr bewusst und gewollt. Damit der Arbeitsbereich auch langfristig attraktiv bleibt, bedarf es der Pflicht und der Kür, Herz und Wille gehören zusammen.

Der neue landeskirchliche Dezernent für die gemeindebezogenen Dienste Dr. Dieter Beese gab einen ersten Einblick in seine Vorstellung von der zukünftigen Rolle der Gemeindepädagogik. Er sicherte seine Unterstützung zu bei den notwendigen Veränderungen, gab aber auch zu bedenken, dass sowohl das Pfarrdienstrecht wie auch finanzielle Zusagen aus der Vergangenheit den Spielraum wesentlich bestimmen würden.

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